In der Weihnachtsbäckerei duftet es oft nach Zimt, Anis und Nelken. Wobei Zimt für mich den angenehmsten Duft verbreitet. Ich kann es mir nicht vorstellen, ohne Zimt zu backen. Insbesondere jetzt in der Adventszeit, aber auch sonst darf Zimt auf keinen Fall fehlen, denn was wäre Apfel-Porridge ohne Zimt?

Gelegentlich hört man, dass Zimt ungesund sei, er schädlich für die Nieren ist und man Zimt auf keinen Fall während der Schwangerschaft essen sollte. Was ist dran an diesen Thesen? Stimmt es, dass Zimt gefährlich ist?

Heute wird es daher etwas theoretischer, doch nicht langweilig. Denn ihr erfahrt, was hinter den Schlagzeilen über Zimt steckt und wie ihr die Adventszeit mit leckerem Zimtgebäck genießen könnt.

Cumarin – Der umstrittene Pflanzenstoff

Der Grund für die möglichen gesundheitsschädlichen Aspekte von Zimt ist primär Cumarin. Cumarin ist ein Pflanzenstoff, der nicht nur in Zimt, sondern auch in anderen Pflanzen wie z. B. Dill und Kümmel enthalten ist.

In Tierversuchen vorwiegend an Ratten und Mäusen, wurde festgestellt, dass eine hohe Aufnahme von Cumarin krebserregend sein kann. Bei Menschen wurde dieses Krebsrisiko jedoch nicht bestätigt.

Es ist jedoch bestätigt ist, dass eine zu hohe Dosis an Cumarin die Leber schädigen kann. Es kann zu Entzündungen der Leber bis hin zur Gelbsucht kommen. Eine solch hohe Dosis an Cumarin wird vorrangig durch die Einnahme von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmittel erreicht, die Cumarin enthalten z. B. bei Diabetes. Zudem sind empfindliche Personen deutlich mehr betroffen. Nach Absetzen der Medikamente erholt sich die Leber in der Regel wieder. Durch den Verzehr von Zimt als Gewürz sind solche leberschädigende Effekte wissenschaftlich nicht bewiesen.

Für Schwangere stellt nicht ein hoher Cumarin-Gehalt das Hauptrisiko dar, sondern Zimtaldehyd. In Tierversuchen fanden sich Hinweise, dass Zimtaldehyd das Ungeborene schädigen könnte. Auch hierzu gibt es noch keine Studien, die dies für den Menschen bestätigen. Wichtig ist auch hier, dass es um sehr hohe Mengen von Zimtaldehyd handelt, die zugeführt wurden.

Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) hat aufgrund des gesundheitlichen Risikos eine Aufnahmemenge (TDI Wert) für Zimt bestimmt, die ein Leben lang auf genommen werden kann, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Sie liegt derzeit bei 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht und Tag. Ein 60 kg schwerer Erwachsener kann somit 6 mg Cumarin pro Tag essen.

Für die Lebensmittelhersteller gibt es zudem eine Cumarin-Höchstgrenze. Diese liegt für „traditionelle und/ oder saisonale Backware (z. B. Zimtsterne) bei 50 mg pro kg Lebensmittel.

Ist Zimt ungseund?

Ist es jetzt gefährlich, Zimtsterne zu essen?

Ich kann euch beruhigen, es ist nicht gefährlich, Zimtsterne zu essen. Es ist schwer den TDI-Wert ausschließlich durch das Knabbern von zimthaltigem Gebäck zu überschreiten.

Die tägliche Aufnahmemenge würde nur überschritten werden, wenn

  1. Die Zimtsterne den Höchstwert an Cumarin voll ausschöpfen (Hersteller)
  2. Täglich große Mengen an Zimtsternen gegessen werden

Bei einem Erwachsenen (60 kg) wären es mehr als 120 g Zimtsterne (ca. 24 kleine Zimtsterne).

Bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 15 kg wären es ca. 30 g Zimtsternen (ca. 6 kleine Zimtsterne) oder 100 g Lebkuchen. Sollten noch andere cumarinhaltige Lebensmittel verzehrt werden, wäre der TDI schneller ausgeschöpft.

Eine leichte Überschreitung des TDI-Wertes für ein bis zwei Wochen wird als unbedenklich eingestuft. Ein gesundheitliches Risiko gibt es nur, wenn zu viel Cumarin über längeren Zeitraum verzehrt wird.

Das Risiko minimieren – Zwei unterschiedliche Zimt-Sorten

Jetzt kommt die Erleichterung. Es gibt zwei Zimt-Sorten.

  1. Cassia-Zimt ist preisgünstiger. Er ist dunkler und hat einen intensiveren Geruch.
  2. Ceylon-Zimt ist etwas teurer. Er ist der ursprüngliche Zimt und ist feiner und aromatischer.

Der größte Unterschied der zwei Sorten ist, dass Cassia-Zimt deutlich mehr Cumarin (Cumaringehalt: 3000 mg pro kg Zimt) enthält, während Ceylon-Zimt nur Spuren von Cumarin enthält.

Damit ihr Zimtsterne und Lebkuchen mit gutem Gefühl essen könnt, empfehle ich euch lieber den etwas teuren Ceylon-Zimt zu kaufen und selber zu backen. So könnt ihr nicht nur die Zimtsorte wählen, sondern auch noch andere leckere und gesunde Zutaten einsetzen. Wie wäre es zum Beispiel mit den Chai-Plätzchen?

Beim Kauf müsst ihr darauf achten, dass explizit Ceylon-Zimt auf der Verpackung steht. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich meist um Cassia-Zimt.

Also, den Zimtgeruch dürfen wir nach wie vor in der Weihnachtszeit genießen und auch die darauf gebackenen Köstlichkeiten.

Ich wünsche euch eine schöne und leckere Adventszeit.

Eure Sarah

Quellen:

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_cumarin_in_zimt_und_anderen_lebensmitteln-8439.html#topic_1316

https://www.bfr.bund.de/cm/343/hohe_taegliche_aufnahmemengen_von_zimt_gesundheitsrisiko_kann_nicht_ausgeschlossen_werden.pdf

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29055

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