Wer kennt die Frage nicht? Fast jeden Tag schleicht der Große zum Schrank in der Küche und möchte unbedingt noch einmal in die Schublade mit den Süßigkeiten schauen. Seine Augen werden groß, wenn er die bunten Papiere und Verpackungen sieht. Meist lautet dann meine Antwort: „Ok suche dir ein Teil aus, aber das reicht dann für heute.“

Mein Mama-Herz überlegt in solchen Momenten. Ist es wirklich ok, wenn er jetzt Süßes ist? Wie viele Süßigkeiten bzw. Zucker hat er über den Tag verteilt schon gehabt? Gab es in der Kita bereits Kuchen oder hatte jemand Geburtstag und etwas anderes mitgebracht? Und dann kommt natürlich auch die momentane Verfassung hinzu. Halte ich es gerade aus, in eine Diskussion zu gehen, warum er kein Kaubonbon oder Schokodrops essen darf?

Umgang mit Süßigkeiten

Kein Verzicht, sondern Genuss

Wie viele Süßigkeiten sind vertretbar? Eins gleich vorweg, ein kompletter Verzicht bzw. ein Süßigkeitenverbot sehe ich als noch viel kritischer. Warum? Ich möchte lieber, dass meine Kinder den bewussten Genuss von Süßigkeiten erlernen anstelle des Gefühls, dass es schlechte und verbotene Lebensmittel gibt. Sie sollen verstehen, dass es Schokolade und Gummibärchen nicht in Massen, sondern in Maßen gibt. Schrecklich finde ich die Kindergeburtstage, bei denen manch ausgehungertes Kind sich alle Süßigkeiten über den Tag verteilt hineinstopft, weil es sonst nie eine Erlaubnis dafür bekommt.

Das richtige Maß an Süßigkeiten

Drei deutsche Fachgesellschaften (DGE, DAG und DDG) sprechen sich dafür aus, dass der Zucker 10 % der Gesamtenergiemenge nicht überschreiten sollte. Bei einem 4-6-Jährigen Kind wären das 36 Gramm, also rund 11 Zuckerwürfel. Diese Menge Zucker beinhaltet den gesamten Zucker in allen Lebensmitteln am Tag, also auch der Zucker in Marmelade, Wurst, Gebäck, Getränke, Soßen etc. 

Die American Heart Association (AHA) rät dazu, dass Kinder (2-18 Jahre) höchstens 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen sollten. Das entspricht sechs kleinen Teelöffeln oder 8 Würfelzucker.

Aus meiner Sicht sind diese Empfehlungen für Eltern schwer zu greifen. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie viel Zucker für Süßigkeiten übrig bleibt. Daher finde ich folgende Faustformel deutlich praktischer: Ein Kind darf soviel Süßigkeiten essen, wie in seine Hand passt. Für den Alltag ist dies einfacher umzusetzen. Wenn Gummibärchen verteilt werden, heißt es Hand auf.

Wieviel Zucker uns Süßgigkeiten sind für Kinder in Ordnung

Zwei Aspekte eines gesunden Umgangs mit Süßigkeiten

Viel wichtiger als die Gramm Angabe und Kalorien sind für mich zwei Aspekte:

  1. Die Basis der Kinderernährung

Wenn ich weiß, dass das Frühstück, Mittag- und Abendessen ausgewogen und „zuckerfrei“ waren, kann ich mit gutem Gewissen ja sagen zu der Süßigkeit am Nachmittag.

2. Wertschätzung und Genuss der Süßigkeiten

Kinder sollten lernen, dass Süßigkeiten etwas besonders sind, dass es sie gelegentlich gibt und ein anderes Mal nicht. Sie sollten lernen, zu genießen und auch ihre Freude behalten, wenn es darum geht, im Schrank nach einer Tüte Gummibärchen zu suchen oder das raschelnde Papier des Schokoweihnachtsmann aufzupacken.

Um den Alltag rund um das Thema zu entspannen und mit gutem Gefühl in die Adventszeit zu gehen, habe ich für euch noch vier Tipps.

Vier Tipps für den Umgang mit Süßigkeiten

Meine Tipps vier Tipps für den Umgang mit Süßigkeiten

  1. Kein aktives Anbieten von Süßigkeiten. Wenn nicht nachgefragt wird, braucht man das Süße auch nicht auf den Tisch zu bringen.
  2. Leichte und realistische Regeln aufsetzen, die zum eigenen Alltag passen, z. B. vor dem Mittagessen gibt es keine Süßigkeiten, nur ein Teil pro Tag oder nur am Wochenende.
  3. Gesündere Süßigkeiten anbieten wie z. B. getrocknete Früchte oder Knabberartikel aus der Babyabteilung. Hier ist oftmals mit weniger Zucker gesüßt.
  4. Gelassen bleiben. Es ist kein Weltuntergang, wenn es Momente oder Phasen gibt, in denen vermehrt Süßigkeiten gegessen werden.

Genießt die Adventszeit und lasst es euch gut gehen, bei einer Tasse Kakao und mit einem leckeren Plätzchen.

Alles Liebe eure

Sarah

Quelle:

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/ws/stellungnahme/Konsensuspapier_Zucker_DAG_DDG_DGE_2018.pdf

https://www.upi.com/Health_News/2016/08/22/No-more-than-6-teaspoons-of-added-sugars-a-day-for-kids/7001471897258/

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2008/03_08/EU03_168_177.qxd.pdf

Fotos:

https://unsplash.com/photos/YS_51ncQL5o

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